Mach Dein US-Car bereit für die Saison
26.02.25
Bald ist es wieder soweit: am 01.03. oder am 01.04. rollen die allermeisten Sommerschätzchen aus den Garagen und die Saison 2025 kann beginnen. Wir hoffen natürlich alle auf schönes Wetter und viele tolle automobile Erlebnisse. Damit dem auch nichts im Wege steht, haben wir für Euch eine kleine Checkliste für die Auswinterung Eures Garagengolds zusammengetragen. Der erste Teil gilt dabei für Autos aller Baujahre, während Ihr am Ende noch einen Zusatz zum Thema Oldtimer findet, da unsere fahrenden Senioren bekanntlich gerne ein bisschen Extrapflege benötigen.
Die erste Sichtinspektion:
Sommerautos überwintern meist in Garagen, Scheunen, Hallen und manchmal auch nur unter Carports. Jede Lagerungsart hat ein paar Eigenarten. Das betrifft vor allem die Themen Feuchtigkeit und Fauna. Wer nicht das Glück hat sein Schätzchen in einer sorgsam verschlossenen Garage überwintern zu können oder sogar in einem der inzwischen gar nicht mehr so seltenen Auto- oder Oldtimerresssorts, der sollte als erstes checken, ob sich nicht ein paar vierbeinige Bewohner eingenistet haben. Von Marder bis Mäuse gab es alles schon und das ist nicht nur manchmal ziemlich unlecker, es kann vor allem auch zu zahlreichen angenagten Kabeln oder Verkleidungen führen. Ein optischer Komplettcheck mit dem Augenmerk auf eventuelle neue Mitbewohner macht also durchaus Sinn, zumal es manchmal auch unauffälligere Gäste sein können, wie z.B. ein Wespennest oder ähnliches. Ein sorgfältiger Blick unters Auto und anschließend in den Motorraum sollte dann Rückschlüsse auf eventuelle Undichtigkeiten bzw. angebissene Schläuche oder marode Dichtungen geben.
Flüssigkeitsstände:
Wenn die Motorhaube dann schon mal offen ist, bietet sich auch eine Überprüfung der Flüssigkeitsstände an. Öl, Kühlwasser, evtl. Bremsflüssigkeit und Wischwasser sind immer einen Blick wert. Das Öl ist dabei ohnehin eine Glaubensfrage: die einen wechseln vor der Winterpause, damit sich Schwebstoffe des Altöls nicht über den langen Winter ablagern. Die anderen wechseln im Frühjahr, um zu vermeiden, dass das frische Öl über den Winter altert und so mancher Perfektionist verwendet sogar extra ein „Winteröl“ für die Standzeit. So oder so, es sollte genügend passendes Öl drin sein und man sollte sich klar sein, wann man wieder wechseln muss.
Zündkerzen und Luftfilter:
Passend zur Wiedererweckung wäre nun außerdem ein guter Zeitpunkt die Dauerluftfilter auszuwaschen oder auszuklopfen. Selbiges ist ja meist mit einigen Handgriffen leicht zu erledigen. Eventuell empfiehlt sich noch ein Blick auf die Zündkerzen. Rückstände können mit einer weichen Messingdrahtbürste entfernt oder die Kerzen gleich ganz getauscht werden.
Batterie:
Die Batterie wurde vermutlich im Winter ausgebaut oder hing zumindest an einem Erhaltungsladegerät. So oder so sollte sie weitgehend voll und in gutem Zustand sein. Anders wird es schwer mit dem Saisonstart. Ist man sich über den Zustand seiner Batterie nicht ganz sicher, vor allem wenn sie schon in die Jahre gekommen ist, dann kann ein Batterietester Auskunft darüber geben, ob eine Neue fällig ist.
Reifen:
Der nächste Stop ist bei den Reifen. Sehen sie optisch noch gut aus oder finden sich neue Risse oder Ausbeulungen? Das wäre auch ein guter Moment nicht nur das Profil, sondern auch das Alter der Pneus in Augenschein zu nehmen. Steht es schlecht ums Profil, sagt uns das natürlich der nächste TÜV-Besuch, aber wenn es ums Reifenalter geht, sind wir selbst verantwortlich. Dies ist ein Thema, welches man auf keinen Fall unterschätzen darf. Der Gummi verhärtet sich im Laufe der Zeit und der Grip, vor allem bei Nässe, lässt deutlich nach. Man muss immer bedenken, der Reifen ist der einzige Kontakt, den das Autos zur Straße hat und damit ist er das allerwichtigste Teil am Fahrzeug, wenn es um Eure Sicherheit geht. Wer hier spart, sowohl bei der Qualität als auch beim Wechselintervall, spart im Ernstfall an der falschen Stelle. Das gilt umso mehr, desto leistungsstärker das entsprechende Fahrzeug ist. Was nun das Alter angeht, sprechen Reifenhersteller und Experten meist über eine Haltbarkeit von sechs bis maximal acht Jahre.
Der Start:
Bevor es losgeht, sollte man vielleicht gerade bei größeren eigenen Autosammlungen, wo man schon mal den Überblick verlieren kann, noch einen Blick auf die TÜV-Plakette werfen, nicht dass man hier schon überfällig ist. Dann steht der ersten Ausfahrt hoffentlich nichts mehr im Wege. Im besten Fall springt das Auto schnell an, wobei es gerade bei älteren Autos schon einmal ein paar Umdrehungen länger dauern kann, beim Erststart nach einer langen Pause. Läuft der Wagen schließlich, sollte man ihn langsam an seine Wiedererweckung gewöhnen und auch die Bremsen sollten ausführlich getestet werden. Dazu gehört auch die Beobachtung, ob evtl. eine angezogene Feststellbremse (was man ohnehin vermeiden sollte) über die Monate festgebacken ist.
Luft und Pflege:
Fährt sich der Wagen zur Zufriedenheit, führt der erste Weg vermutlich zu einer Tankstelle oder Waschanlage. Denn wer zuhause keinen eigenen Kompressor hat sollte hier erst einmal den Luftdruck prüfen und natürlich gegebenenfalls nachfüllen. Am Ende bedankt sich das Fahrzeug sicherlich über eine komplette Außen- und Innenreinigung, aber das macht ja meistens auch Spaß. Dabei sollte man nicht vergessen, dass auch gerade eine Lederausstattung regelmäßige Pflege braucht und auch Türdichtungen benötigen über die Jahre Zuwendung, damit sie nicht porös werden.
Oldtimerpflege, ein eigenes Thema
Je nach Baujahr können alte Autos noch ganz andere Bedürfnisse entwickeln. Wir haben hier extra noch einige spezielle Punkte für Euch zusammengetragen, die bei älteren Fahrzeugen auf Euch zukommen können. Da ältere Fahrzeuge aber unglaublich vielfältig in ihren Anforderungen sind, gibt es aber evtl. hier auch noch Dinge zu beachten, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.
Rost:
Die braune Pest ist natürlich bei älteren Autos meist ein deutlich größeres Thema als bei aktuellen Fahrzeugen. Je nachdem wo der Oldtimer geparkt war, sollte man auf Wassereintritt prüfen, welcher z.B. durch undichte Türgummis in löchrigen Schuppen oder in Carports vorkommen kann. Ein Blick unter die Fußmatten lohnt hier oft, Schimmel im Innenraum gibt ohnehin sogleich eine unerfreuliche Rückmeldung. Zusätzlich schadet sicher auch eine Sichtprüfung nicht, bei der man nach neuen Rostpickeln und Stellen sucht, die sich vielleicht über die Monate gebildet haben.
Abschmieren:
Einige Klassiker, gebaut oft bis in die 70er Jahr, müssen noch abgeschmiert werden. Auf welche Fahrzeuge das genau zutrifft, muss natürlich der Besitzer selbst wissen. Das kann z.B. Kreuzgelenke bei den Antriebswellen, Achsschenkel, Gelenkwellen oder die Lenkung betreffen. Im besten Fall liegt ihrem Klassiker bereits ein Abschmierplan bei.
Sicherungen:
Alte Sicherungen können korrigieren. Es schadet nicht sie auf Unversehrtheit zu überprüfen und eventuell deren Kontakte zu reinigen.
Sonstige Kleinarbeiten:
Knarzende Scharniere, Gelenke oder etwa die damals beliebte, elektrische ausfahrende Antenne brauchen Öl oder Fett. Eine schnelle Prüfung, ob der Keilriemen fest sitzt rundet das Kurzprogramm ab. Manche Experten empfehlen auch einen Blick in die Verteilerkappe, um zu gucken ob die Kontakte in Ordnung sind oder ob z.B. Feuchtigkeit eingedrungen ist. In jedem Fall ist die Pflege von Leder und Dichtgummis noch wichtiger als bei neueren Fahrzeugen und auch Kunststoffe brauchen schließlich Pflegemittel, damit sie nicht irgendwann bei Temperaturschwankungen reißen.
Am Ende sei gesagt, dass der Start ins neue Autojahr oft problemloser verläuft als hier beschrieben, aber man weiß es ja nie. Besser einmal alles zu viel angeschaut und überprüft als später eine Menge Ärger. In diesem Sinne wünschen wir Euch eine knitterfreie und tolle Saison. Vielleicht sehen wir uns ja einmal auf dem ein oder anderen Event!